Der Münsteraner Hersteller elektronischer Kassensysteme Vectron geht davon aus, dass im Laufe des Jahres über die Einführung des sogenannten Fiskalspeichers entschieden wird. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur manipulationssicheren Speicherung von Umsatzdaten.
"Der Staat hat kein Geld", konstatierte Gründungsgesellschafter Jochen Fischer auf der Entry & General Standard Konferenz 2010 der Deutschen Börse. Bislang hätten die Verbände die Einführung des Fiskalspeichers verhindert. Im Januar/Februar habe es aber einen bisher wenig beachteten erneuten Vorstoß gegeben, bei dem der Einführungstermin auf den 1.1.2012 vorverlegt worden sei. Früher oder später: "Das wird kommen", sagte Fischer. Die im Entry Standard notierte Gesellschaft (Börsenwert: 22 Mill. Euro) hat bereits Erfahrungen mit vergleichbaren Lösungen in Polen und in der Türkei gesammelt. Vectron kehrte im März 2007 auf das Parkett zurück, nachdem das 1999 an den Neuen Markt gebrachte Unternehmen zeitweise von der Börse genommen worden war – ein Comeback unter dem selben Namen, mit unverändertem Management und den gleichen Produkten. Wachsen will Vectron auch ohne Schützenhilfe des Gesetzgebers. Ende 2010 soll die neue Produktpalette bei den stationären Kassen an den Start gehen. Es gebe schon Prototypen, gezeigt würden sie erst kurz vor der Markteinführung. Zudem werde dieses Jahr eine mobile Kasse in der Größe eines modernen Handys herausgebracht. Um die Produkte parat zu haben, wenn es zu einer richtigen Erholung komme, sei antizyklisch in Personal investiert worden. Deshalb sei das Ergebnis im vergangenen Jahr im Vergleich zum Umsatz (20,5 Mill. Euro) überproportional gesunken. Mittlerweile arbeite ein Drittel der 120 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Ein Finanzierungsmodell soll Kunden helfen, die Kreditklemme zu umgehen. Mit einer Eigenkapitalquote von 84 % und ohne Bankverbindlichkeiten sei es für Vectron einfacher, sich Mittel zu beschaffen als etwa für Gastronomie-Betriebe.